Livi Thoma
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Über 150 Berufe in über 90 Meisterschaften messen sich an den Swiss Skills vom 17. bis 21. September in Bern. Mit dabei ist auch die Floristik-branche: Svenja Brändle und Roman Bollhalder kämpfen um das Ticket nach Shanghai.
Mosnang/Jonschwil «Blumen sind vergänglich, aber sie schenken auch viel Freude», sind sich die Mosnangerin Svenja Brändle und der Jonschwiler Roman Bollhalder einig. Die beiden arbeiten in der Floristikbranche und wollen zu den Weltbesten gehören. Den ersten Schritt zu ihrem Traum haben die 20-Jährige und der 21-Jährige bereits gemeistert: Die beiden haben sich neben zehn weiteren Kandidaten für die diesjährigen Swiss Skills in Bern qualifiziert.
Was die Teilnehmenden in den fünf Tagen des Wettbewerbs erwartet, bleibt bis zuletzt ein Geheimnis: «Wir erfahren erst an Tag eins, was unsere Aufgabe sein wird», verrät Svenja Brändle. Auf die Frage, ob die Ungewissheit die Floristin nervös mache, verneint diese entspannt. «Ich bin voller Vorfreude und gespannt, was auf uns zukommt.» Ähnlich geht es auch Roman Bollhalder. «Ich weiss, dass wir auf sehr hohem Niveau abliefern müssen», ist er sich sicher. Und wie bereitet man sich auf einen Wettbewerb vor, bei dem die Aufgabe nicht klar ist? «In erster Linie», so Bollhalder, «geht es darum, kreativ zu sein und zu zeigen, was man aus den vorgegebenen Materialien alles erschaffen kann.» Der 21-Jährige konzentriert sich auf seine Kreativität. «Diese kann bei mir in Stresssituationen etwas in Vergessenheit geraten.» Zeitstress sollte es an den Swiss Skills jedoch keine geben, vermutet Svenja Brändle: «Wir hatten auch in der Vorentscheidung genug Zeit, das Werkstück zu fertigen. Im Alltag fertigen wir ein Gesteck in 30 Minuten, da waren zwei Stunden sehr grosszügig.»
Mit Svenja Brändle und Roman Bollhalder sind gleich zwei Floristikfachpersonen an den diesjährigen Swiss Skills vertreten. «Wir sind in der gleichen Gruppe. Das finde ich etwas schade», sagt Bollhalder. Seine Kollegin stimmt ihm zu: «Wären wir in verschiedenen Gruppen, wäre die Chance für unsere Region, weiterzukommen, natürlich höher.» Am Ende, so die Mosnangerin, trete aber jeder für sich selbst an. «Das bedeutet nicht, dass man den Sieg dem anderen nicht auch gönnt.» Wer den Wettbewerb in Bern für sich entscheidet, nimmt an den Euro Skills in Düsseldorf und an den World Skills in Shanghai teil. «Das wäre wirklich ‹Next Level› für mich», lächelt die 20-Jährige. «Es bestätigt mein Können auf die ultimative Weise», ergänzt der Jonschwiler. Mit diesem Titel, spekulieren die jungen Berufsleute, stünden ihnen viele Türen offen. Doch nicht nur die Auszeichnung, auch die Erfahrungen, die sie auf der Reise sammeln, schätzen sie. «Es wäre für mich das Grösste, mein Wissen an die Lernenden nach mir weiterzugeben», betont Svenja Brändle.
Doch genau dieser Nachwuchs ist in der Branche nicht einfach zu finden. «In meinem Jahrgang waren wir 30 Floristinnen und Floristen, die gemeinsam die Ausbildung begannen», erinnert sich Roman Bollhalder. «Meine Ausbildnerin erzählte mir, dass es vor gerade mal zehn Jahren noch doppelt so viele Lernende gab.» Angst, dass es den Beruf nicht mehr geben könnte, hat Svenja Brändle nicht: «Solange es Menschen gibt, die unser Handwerk schätzen, wird es auch Floristikgeschäfte geben.» Auch wenn es immer mehr Massenproduktion in den Läden gibt, ist sich Roman Bollhalder sicher: Qualität und Fachwissen werden weiterhin geschätzt. «Der Preisdruck ist nicht wegzudiskutieren. Doch ein Grossverteiler wird nicht die gleiche Qualität an einem Hochzeitsarrangement zustande bringen wie ein gelernter Florist.» Svenja Brändle und Roman Bollhalder üben den Beruf mit viel Leidenschaft aus. Ob einer der beiden am Ende tatsächlich die Tickets nach Shanghai und Düsseldorf löst, zeigt sich in den kommenden Tagen. «Es wird die Erfahrung unserer beruflichen Karriere», sind sich die beiden einig.
Von Dominique Thomi
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